Wenige Neulinge in der Spitze im Dezember 2020

02
Dez
2020

Wenige Neulinge in der Spitze im Dezember 2020

Wenige Neulinge in der Spitze im Dezember 2020

Die absolute Anzahl der neuen töchtergeprüften Bullen in der Topliste ist geringer als im August und von diesen drängen sich nur wenige für einen weiteren breiten Einsatz auf. An der Spitze der Holstein-Liste tauschen die beiden Silver-Söhne Semino, #1 im August, und Sinus, #2 im August, die Plätze. Bei Red Holstein gibt es mehr Bewegung in der Top-10 durch Auf- und Absteiger. Erstmals steht Power an der Spitze, auch weil die bisherige #1, Step Red, etwas schwächelt.

 

Holstein

Mit seinem dritten Töchterzuchtwert steht Sinus jetzt erstmals an #1. Dafür brauchte er sich nicht einmal steigern. Die Zahlen des Silver-Sohns aus Bedford sind mit einigen zusätzlichen Töchtern (jetzt 321) konstant (RZM 151, RZE 114) und er kommt auf unverändert RZG 155 sowie einen ganz leicht verbesserten RZ€ von 2.069 (+47).

Ein RZG-Punkt weniger und damit ebenfalls 155 reichen bei Semino (Silver x Balisto) jetzt nicht mehr für die Spitzenposition und er steht knapp hinter Sinus an #2. Bei Verdreifachung seiner Töchterzahl auf jetzt 304 sind die Leistungszahlen ganz konstant (+805 kg Milch, +0,51 % Fett, +0,23 % Eiweiß, RZM 146). Im Exterieur verliert er zwei Punkte und steht jetzt bei RZE 124 (Fundament 109, Euter 126). Aber es gibt auch Steigerungen in Nutzungsdauer (RZN 125, +2) und Fruchtbarkeit (RZR 109, +6). Nach RZ€ ist Semino der #1 nach wie vor mit +2.209 deutlich überlegen. Von Semino gibt es leider kein Sperma mehr.

Bonum gewinnt schon zum zweiten Mal deutlich (RZG 154, +3, RZ€ +1.988, +41) und der bereits genomisch sehr stark eingesetzte Bulle kann damit seinen dritten Platz bei hoher Sicherheit (3.175 Töchter) verteidigen. Die Steigerung kommt sowohl aus der Leistung (RZM 146, +3) als auch vom Exterieur (RZE 126, +1, Euter 122, Fundament 114). Mit Töchtern jetzt bereits in der zweiten Laktation ist auch seine überlegene Nutzungsdauer-Vererbung (RZN 127) sehr sicher geschätzt. Auch als sicherer Leichtkalbigkeitsbulle (RZKd 112) und Empfehlung für Roboterbetriebe (RZRobot 125) ist der Balisto-Sohn breit im Einsatz und hat bereits über 15.000 registrierte Nachkommen.

Nachdem sich Stronghold (Supershot x Bynke) beim letzten Mal mit ersten Töchtern in der zweiten Laktation um gleich +7 RZM-Punkte steigern konnte, kann er sich jetzt auf dem hohen Leistungsniveau stabilisieren (RZM 147, +1, +1.858 kg Milch, -0,06 % Fett, +0,01 % Eiweiß) und legt auch in der bereits hohen Nutzungsdauer noch einmal zu (RZN 128, +2). Punkten kann er auch in der Gesundheit mit RZGesund 113 und so ist seine überragende Wirtschaftlichkeit mit RZ€ +2.188 keine Überraschung. Das Exterieur der Stronghold-Töchter ist mit funktional gut beschrieben (RZE 103), denn das Linearbild zeigt weder deutliche Stärken noch Schwächen, außer vielleicht, dass die Stronghold-Töchter relativ groß sind (122).

An #5 steht der höchste Neueinsteiger, Jameson. In seine ersten töchtergeprüften Zahlen sind aber erst die Informationen von 24 frühen Töchtern noch ganz am Anfang der Laktation eingegangen (RZM 133, +579 kg Milch, +0,23 % Fett, +0,25 % Eiweiß). Diese scheinen aber das hohe Niveau der genomischen Werte zu bestätigen, auf deren Basis der Jetset-Sohn bereits sehr breit eingesetzt wurde. Jameson stammt mütterlicherseits aus der Neblina-Familie (Mutter: Balisto x Man-O-Man) und wird in den nächsten Schätzungen Gesellschaft von genomisch ebenfalls hoch eingeschätzten Voll- und Halbbrüdern bekommen. Calvo (Commander x Epic, #6) ist mit +4 Punkten im RZG auf 151 definitiv einer der Gewinner dieser Schätzung. Obwohl es bereits sein fünfter Töchter-ZW ist und nur wenige Töchter hinzugekommen sind (jetzt 387), kommt die Steigerung aus der Milchleistung (RZM 144, +6, +1.812 kg Milch, +0,12 % Fett, -0,11 % Eiweiß). Die Töchter steigern sich in der zweiten Laktation offensichtlich deutlich überdurchschnittlich. In der Kombination mit RZE 124 (Euter 115, Fundament 124) und insbesondere Klauengesundheit (RZKlaue und DDc 115) rückt Calvo damit nicht nur in die Top-10 auf, sondern auch noch mehr in den Fokus.

An #7 ist der zweithöchste Neueinsteiger, Supercup. Er ist einer von insgesamt nur zwei getesteten Shep (v. Shotglass) Söhnen und hat von diesem nicht nur die Leistungsstärke (RZM 144, +1.549 kg Milch, +0,02 % Fett, +0,07 % Eiweiß), sondern auch die begrenzten Exterieurqualitäten (RZE 105, Euter 108, Fundament 92) mitbekommen.

Nach Stronghold ist Singer an #8 (MV: Maximum) der zweite Supershot-Sohn in der Top-10. Er verdoppelt seine Töchterzahl noch einmal auf jetzt 636 bei unverändert RZM 143 (+1.905 kg Milch, -0,21 % Fett, -0,01 % Eiweiß) und RZE 112 (Euter 115, Fundament 107). Bemerkenswert ist die Entwicklung in der Zellzahl: nach +8 Punkten im August legt er jetzt noch einmal 4 Punkte auf RZS 127 zu. In der Nutzungsdauer steht er weiter bei RZN 126.

Die Top-10 komplettieren die beiden höchsten Missouri-Söhne, Melview (#9, Mutter: Snowman x Planet) und Medon (#10, Mutter: Galaxy x Massey).

Melview kann sich mit den ersten Töchtern in der zweiten Laktation leicht in der Leistung verbessern (RZM 146, +1). Dies wäre nicht weiter erwähnenswert, aber +95 kg Milch reichen beim Spitzenreiter für Milchmenge aus, um überhaupt erst zum zweiten Mal einen töchtergeprüften Bullen oberhalb von +3.000 kg Milch zu haben (-0,62 % Fett, -0,21 % Eiweiß). Der höchste und bisher unübertroffene Milchmengenbulle war der Snowman-Sohn Kipper mit +3.259 kg Milch im April 2017 (80 Töchter). Der höchste Milchmengenvererber mit ganz hoher Sicherheit war übrigens sein Vater Snowman mit +2.822 kg im Dezember 2014 im Alter von 9 Jahren und auf Basis von über 2.000 Töchtern. Snowman ist der Muttersvater von Melview. Außer der überragenden Milchmenge auf Basis von jetzt 152 Töchtern bietet Melview RZE 114 (Euter 117, Fundament 108) und RZN 119. Trotz der Milchleistung zeigen seine Töchter eine durchschnittliche Fruchtbarkeit (RZR 100) und in der Stoffwechselstabilität (RZMetabol 107, RZGesund 105) sind sie sogar deutlich überdurchschnittlich, genauso wie für die fest aufgehängten Euter.

Auch Medon ist ein Milchmengenvererber, wenn auch nicht ganz so extrem (+2.231 kg Milch, -0,25 % Fett, -0,19 % Eiweiß, RZM 139, 191 Töchter). Im Exterieur und der Nutzungsdauer ist er dafür etwas besser als sein Halbbruder: RZE 120 (Euter 124, Fundament 117), RZN 124. Die beiden Missouri-Söhne gehören der neugegründeten PhönixGroup, genau wie insgesamt 7 Vererber in der Top-10 und 64 in der Top-100.

9 aktive töchtergeprüfte Bullen erreichen ein RZG-Niveau von mindestens 150 und dies z.T. mit hohen Sicherheiten. Ein solches Top-Niveau für töchtergeprüfte Bullen war im vor-genomischen Zeitalter nicht vorstellbar. Insofern profitieren gerade auch die Nutzer von töchtergeprüften Bullen von der intensiven genomischen Selektion und dem anschließenden breiten Einsatz der Jungvererber, so dass bereits im Alter von 5 Jahren hohe Sicherheiten auf Basis vieler Töchter erreicht werden.

 

Weitere neue Bullen

Mit Hype steigt der Harper (v. Balisto) Sohn neu töchtergeprüft knapp außerhalb der Top-10 mit RZG 149 an #11 ein. Seine Mutter ist eine Model x AltaIota aus der Outside Kora-Familie. Hype wurde genomisch bereits stark eingesetzt und seine Zahlen basieren schon auf 219 Töchtern. +741 kg Milch bei hohen Inhaltsstoffen (+0,33 % Fett, +0,26 % Eiweiß) sind für RZM 140 gut. Die mittelrahmigen, feinzelligen Hype-Töchter zeichnen sich durch hervorragende Fundamente (121) und gute Euter (117) aus.

Cashpoint (#83) ist ein neuer Cashflow (v. Cashcoin) Sohn aus Balisto x Epic. Auch er zeigt inhaltsstoffbetonte Leistungszahlen (+318 kg Milch, +0,43 % Fett, +0,26 % Eiweiß, RZM 131). Bei erst 36 frühen Töchtern kann er sich in der weiteren Entwicklung aber noch ändern. Vorläufig zeigt er ein insgesamt solides Linearbild (RZE 117, Euter 112, Fundament 115), allerdings mit dem eindeutigen Schwachpunkt kürzerer Striche (75).

Die meisten Söhne unter den insgesamt 42 Neulingen in der Top-250 stellt Battlecry mit 6. Insgesamt sind bereits 13 dieses am stärksten als Bullenvater eingesetzten Balisto-Sohnes töchtergeprüft und es folgen noch 17 weitere. Sie können allerdings bisher die Erwartungen nicht erfüllen. Die beiden höchstplatzierten sind Blanko (neu an #86) und Baku (neu an #91), beide mit RZG 140. Blanko (Mutter: Sargeant x Bookem) hat 45 Töchter und kommt auf RZM 135 (+1.419 kg Milch, +0,09 % Fett, -0,07 % Eiweiß) und RZE 111 (Euter 106, Fundament 113) bei sehr guter Gesundheit (116). Obwohl etwas niedriger rangiert, ist Baku da eindeutig der bessere Battlecry-Sohn. In der Leistung etwas niedriger (RZM 130, +728 kg Milch, +0,37 % Fett, +0,04 % Eiweiß) ist er deutlich besser im Exterieur (RZE 119, Euter 119, Fundament 110) mit einem Linear ohne Fehler. Auch Baku hat einen hohen RZGesund (112) und ist für Nutzungsdauer mit RZN 120 geschätzt (Mutter: Kahuna x Bookem). Bei den neuen Battlecry-Söhnen Bowler (#178, RZM 122, RZE 114, MV: Molotov) und Belino (#186, RZM 128, RZE 118) bleibt bei erst 42 bzw. 26 Töchtern die weitere Entwicklung abzuwarten. Der höchste neue Battlecry-Sohn für Exterieur ist Big Ben (neu an #240, RZM 122), dessen Mutter eine Vollschwester zur Mutter von Blanko (Sargeant x Bookem) ist. Innerhalb von RZE 121 zeigen sich die überdurchschnittlich großen (116) Big Ben-Töchter fundament- (122) und euterstark (115). Big Ben ist auch für Roboterbetriebe geeignet (RZRobot 120).

Erstaunlich ist die konstant gute Gesundheitsvererbung der Battlecry-Söhne mit mindestens RZGesund 112.

Ein weiterer Balisto-Sohn, Araxis, stellt vier neue Söhne. Diesen ersten 4 Söhnen mit durchwachsenen Ergebnissen werden noch 11 weitere folgen. Bisher stellt sich Avicii (neu an #85) am besten dar. Avicii (Mutter: Montross x Numero Uno) hat erst 22 frühe Töchter, die Töchterzahl der ehemaligen genomische #1 (8-2017) wird aber schnell steigen. Vorläufig kommt er auf RZM 122 (+171 kg Milch, +0,25 % Fett, +0,25 % Eiweiß) und RZE 121 (Euter 124, Fundament 108) bei sehr schönem Linearbild. Auch Arcor, neu an #164, hat ein sehr ansprechendes Linearbild (RZE 114). Aber er hat erst 17 Töchter und eine leicht negative Milchmenge (-33 kg) – wenn auch bei positiven Inhaltsstoffen (+0,53 % Fett, +0,22 % Eiweiß) – sind nicht jedermanns Sache (RZM 122).

Der neue Palau (#92) wird auch der einzige töchtergeprüfte Puma MR-Sohn bleiben. Diese eine Chance scheint Puma aber genutzt zu haben, denn mit RZM 127 (+1.341 kg Milch, -0,21 % Fett, -0,04 % Eiweiß, 32 Töchter) und RZE 120 (Euter 124, Fundament 110) stellt sich Palau als fehlerfreier Allrounder dar. Seine besondere Stärke ist die Leichtkalbigkeit mit RZKd 117, die auf 1.133 gemeldeten Geburtsverläufen beruht.

Plenty (#154) und Paradiso (#235) sind zwei weitere töchtergeprüfte Penley-Söhne. Plenty (MV: Distinction) ist ein Spezialbulle. Die kleinen (80) und leichten Plenty-Töchter (Euter 109, Fundament 113, RZE 102) leisten dennoch sehr gut (RZM 126, +630 kg Milch, +0,16 % Fett, +0,12 % Eiweiß), weshalb sie sehr effizient sein sollten. Mit RZGesund 117 (RZEuterfit 118, RZS 121) und RZN 120 sind die sehr leicht geborenen (RZKd 114) Plenty-Töchter zudem problemlos und wirtschaftlich (RZ€ +1.609). Exterieurkanonen sind die Penley-Söhne alle nicht, aber der neue Paradiso ist unter ihnen mit RZE 115 der zweitbeste (Euter 127, Fundament 98, RZKlaue 106). Auch er besticht durch beste Eutergesundheit (114, RZS 129) und Leichtkalbigkeit (RZKd 111, RZKm 109) sowie Robotereignung (RZRobot 120) auf der Basis von 87 Töchtern.

Mit RZG 130 auf Basis von 53 Töchtern fehlt dem neuen Trojan ein Punkt, um in der Topliste platziert zu sein. Mit RZE 124 (Euter 127, Fundament 119) und RZM 116 (+280 kg Milch, +0,04 % Fett, +0,15 % Eiweiß) ist der Troy-Sohn aus Danno aber eine Überlegung wert.

 

Weitere Entwicklung

Der beliebte Kingston (Kingpin x Fanatic) hat seine Töchterzahl auf 842 mehr als verdoppelt und dies nicht zu seinem Nachteil. Er steigt sowohl im RZM als auch im RZE um einen Punkt auf 131 (+922 kg Milch, +0,30 % Fett, -0,01 % Eiweiß) bzw. RZE 135 (Euter 138, Fundament 111). Auch weiter ist außergewöhnlich, dass ein Bulle mit einer solchen Eutervererbung dennoch einer der höchsten für RZRobot ist (136). Meistens scheitern die sehr guten Eutervererber bezüglich Robotereignung an zu eng stehenden hinteren Strichen. Nicht so bei Kingston. Hier ist die hintere Strichplatzierung mit 89 der einzige Balken im fantastischen Linearbild, der deutlich nach links zeigt. In der Kombination mit vorderer Strichplatzierung 110 bedeutet dies perfekt rechteckig platzierte Striche, die zudem noch etwas länger sind (113). Für Betriebe mit kleinen Liegeboxen ist Kingston allerdings nicht unbedingt etwas, denn mit Größe 133 und sehr viel Kapazität sind seine Töchter schon herausragende Tiere, im wahrsten Sinne des Wortes.

Nicht so positiv läuft es für Monarch (Mardi Gras x Sargeant), der mit mehr Töchtern in der zweiten Laktation (jetzt insgesamt 468 Töchter) 6 Punkte im RZM verliert (RZM 126, +574 kg Milch, +0,19 % Fett, +0,14 % Eiweiß). Im Exterieur verbessert er sich dagegen weiter (RZE 127, +1, Fundament 110, Euter 130). Damit dürfte Monarch auch weiter ein gefragter Allrounder mit insbesondere auch sehr guter Klauengesundheit (115) und Mortellaro-Resistenz (115) bleiben.

 

 

Red Holstein

Bei Red Holstein fällt die Ausbeute mit 6 Neueinsteigern in der Top-50, davon nur zwei in den Top-25, anteilig noch deutlich geringer als bei Schwarzbunt aus. Die Top-10 ist aber aufgrund von Gewinnern und Verlierern ordentlich durchgemischt.

Ein Plus von zwei Punkten auf jetzt RZG 146 beschert Power erstmals die Spitzenposition. Der Durango-Sohn hat jetzt schon viele der insgesamt 919 Töchter (+314) in der zweiten Laktation und steigt in der Nutzungsdauer um weitere 7 Punkte auf RZN 123, nachdem er bereits im August um 8 Punkte gestiegen war. Auch im Exterieur verbessert er sich noch einmal leicht auf RZE 129 (+2). Damit ist er jetzt die #1 für Euter (139, Fundament 114). Trotz der herausragenden Euter – beachtet werden müssen lediglich die etwas kürzeren Striche – ist Power auch ein überdurchschnittlicher Leistungsvererber (RZM 131, +1.500 kg Milch, -0,26 % Fett, -0,04 % Eiweiß).

Apoll P (v. Aikman) bleibt die #2 mit u.a. RZE 111 (Fundament 95, Euter 111). Seine Töchterzahl (3.710) steigt nur noch langsam. Die Basis für RZM 148 ist und bleibt die enorme Milchmenge (+2.440 kg Milch, -0,41 % Fett, -0,09 % Eiweiß). Damit ist er aber nicht der höchste Milchmengenvererber, denn dies ist weiter Step Red (v. Sympatico) mit +2.668 kg (-0,54 % Fett, -0,23 % Eiweiß, RZM 143, 915 Töchter), trotz leichter Verluste. Der bisherige Listenanführer verliert zusätzlich auch ein wenig im RZN (112, -3), so dass er jetzt nur noch an #3 steht (RZE 114, Fundament 106, Euter 115).

Einer der höchsten Gewinner dieser Schätzung ist Argus P, so dass sich erstmals einer der inzwischen 9 töchtergeprüften Apoll P-Söhne anschickt, den Vater zu einzuholen. Im August gab Argus P (MV: Fageno) sein Debüt auf Basis von nur 28 Töchtern. Jetzt hat er 60 und steigt für fast alle Komplexe: RZM 141 (+2, +1.692 kg Milch, -0,01 % Fett, -0,07 % Eiweiß), RZE 116 (+6, Fundament 96, Euter 127), RZS 122 (+3), RZR 93 (+3), RZGesund 107 (+1), RZN 111 (+/-0). Leider hat Argus P mit RZD 83 die gleiche Schwäche in der Melkbarkeit wie sein Vater. Dafür ist Argus P der beste Leichtkalbigkeitsbulle, der als einziger RZKd 122 (Top-5) mit RZKm 112 verbindet.

Auch für einen weiteren Neuling vom August verlief die jetzt zweite Schätzung bei deutlich gestiegener Töchterzahl (125, +53) durchaus erfreulich, Effektiv (#5, Effort x Freddie). Zwar verliert er leicht im RZM (128, +1.010 kg Milch, -0,07 % Fett, +0,06 % Eiweiß), gewinnt dafür aber im Exterieur. Mit RZE 133 ist er jetzt der beste Exterieurvererber in der Topliste und dies mit Fundament 130 sowie Euter 125. Auch im RZN geht es auf 123 (+6) deutlich nach oben.

Eloped Red (Sympatico x Alchemy) zeigt sich stabil, steht aber jetzt an #6. Mit RZE 115 (Fundament 110, Euter 118), RZN 124 und RZM 133 ist er ein Allrounder, wenn bei der Anpaarung ein wenig auf die Inhaltsstoffe geachtet wird (+1.930 kg Milch, -0,31 % Fett, -0,19 % Eiweiß, 592 Töchter).

Fireman (#7, Fageno x Snowman) ist bei 4.878 Töchtern ganz stabil. Obwohl er nach RZ€ mit +1.669 bei RZM 150, RZN 110 und RZGesund 107 die #1 bei Red Holstein ist, spielt er im Markt wegen der Begrenzungen im Exterieur kaum eine Rolle (RZE 95, Fundament 86, Euter 99).

An #8 schließlich kommt der höchste Neuling, Sunset Red. Er stammt aus einer als Embryo importierten Ladd P-Tochter aus der O-Familie von Hickorymea, die aber gehörnt war. Mit +2.252 kg Milch (RZM 149, -0,07 % Fett, -0,16 % Eiweiß) auf Basis von 39 Töchtern ist Sunset Red der vierte Bulle in der Top-10 mit >2.000 kg Milch. Bei RZE 98 (Fundament 88, Euter 99) und RZR 89 dürfte seine Karriere aber beendet sein.

Great (v. Go Now RF) muss von den 6 Punkten RZG-Gewinn im August jetzt wieder 4 abgeben (RZM 156, +1.711 kg Milch, +0,08 % Fett, +0,19 % Eiweiß, 428 Tö.). Trotz eines um zwei Punkte verbesserten RZE auf 98 spielt er bei Euter 82 ebenfalls kaum eine Rolle (Fundament 114).

Anders Pace Red (#10), der seine Töchterzahl gegenüber dem Debüt als töchtergeprüfter Bulle auf jetzt 216 verdreifacht hat. Diese wird weiter schnell steigen, denn als ehemalige genomische #1 hat er bereits über 17.000 registrierte Nachkommen. Entsprechend ist seine Leichtkalbigkeit bereits vieltausendfach bestätigt (RZKd 117, RZKm 109). Mit +1.626 RZ€ (RZM 128, RZN 128, RZGesund 109) gehört er zu den besten 5 Rinderbullen. Die Leistungszuchtwerte sind schön aufgeteilt (+1.245 kg Milch, -0,26 % Fett, +0,03 % Eiweiß). Die Töchter von Pace Red sind mittelrahmig (100) und dabei feinzellig und spätreif (Körper 85) und haben gute Euter (118) mit sehr schöner Strichverteilung (Strichplatzierung hinten 93, vorne 106). In Kombination mit sehr guter Melkbarkeit (RZD 121) ist er auch für Roboterbetriebe zu empfehlen (RZRobot 117). Auch dank der etwas anderen Abstammung (Pat-Red x Numero Uno x Super) ist der Spross aus der Aiko/Altitude-Familie breit einsetzbar.

 

Weitere Neueinsteiger

An #30 steigt auf Basis von 25 frühen Töchtern Pokemon P neu ein. Er ist ein PowerPlay PP-Sohn aus der Halbschwester des Exterieurvererbers Dertour (Mutter: Snow RF x Malvoy) mit Leistungs- (RZM 133, +1.208 kg Milch, -0,15 % Fett, +0,10 % Eiweiß) und Exterieurzahlen (RZE 113, Fundament 121, Euter 111) auf ähnlichem Niveau wie seine letzten genomischen Werte. Die weitere Entwicklung bleibt also abzuwarten, denn die Töchterzahl wird bei bereits fast 6.000 Nachkommen schnell steigen.

Noch etwas weniger Töchterinformationen (20 für Milch, 17 für Exterieur in 10 Betrieben) – und damit nur knapp als töchtergeprüfter Bulle veröffentlicht – hat der neue Red Impact an #33 (Effort x Kodak). Auf dieser Basis kommt er auf vorläufige RZM 122 (+777 kg Milch, -0,01 % Fett, +0,03 % Eiweiß) und RZE 113 (Fundament 102, Euter 115).

Auch bei einem weiteren neuen Effort-Sohn, Enders, (#34) ist die Töchter-Datengrundlage mit erst 33 Töchtern noch gering. Er stammt aus der Aiko-Familie und seine Mayfield-Mutter ist u.a. eine Halbschwester zu Atwork und Whatsapp. Enders kombiniert etwas knappere Leistungszahlen (RZM 112, +261 kg Milch, +0,02 % Fett, +0,11 % Eiweiß) mit schönem Linearprofil (RZE 124, Fundament 123, Euter 121) und guter Gesundheit (RZGesund 111, RZS 123).

Der letzte Neueinsteiger in der Topliste ist Manu P an #50. Die mütterliche Großmutter dieses MatisseRed-Sohns ist die erfolgreiche Bullenmutter Nafidji VG 87 (v. Fidji) und damit ist Nanu P VG 86, die Mutter von Manu P, u.a. eine Halbschwester von Red Power (#21) oder Powder Pp (#47) bei Schwarzbunt. In die Zahlen von Manu P sind erst Informationen von 24 Töchtern eingegangen, womit er auf RZM 112 (+330 kg Milch, +0,19 % Fett, -0,03 % Eiweiß) und RZE 119 (Fundament 118, Euter 114) kommt.

Knapp außerhalb der Top-50 bekommt Effizienz (Effort x Julandy) seine ersten töchterbasierten Zahlen auf Basis von 72 Töchtern in der Milchkontrolle: RZM 108 (+64 kg Milch, +0,05 % Fett, +0,12 % Eiweiß), RZS 125, RZGesund 113, RZN 114. Dies ist aber nicht der Grund, warum Effizienz einen zweiten Blick wert ist, sondern die Exterieurzahlen: RZE 129 (Fundament 108, Euter 136) bei Größe 132. Allerdings beruhen diese Werte erst auf 17 eingestuften Töchtern.

Einen richtig großen Sprung nach vorn macht gegenüber seinem Einstieg im August der beliebte Armada PP (jetzt #13) mit +7 RZG-Punkten auf 138 dank vieler neuer Töchter (399, +286). Damit liegt der Apoll P-Sohn aus Chipper jetzt praktisch wieder auf seinem letzten genomischen Niveau. Die Steigerung kommt sowohl aus der Leistung (RZM 139, +1.865 kg Milch, -0,29 % Fett, -0,06 % Eiweiß) als auch aus Zellzahl (RZS 113, +7) und Nutzungsdauer (RZN 112, +6). Im Exterieur steht er jetzt bei RZE 111 (Fundament 93, Euter 116). In der Melkbarkeit liegt er jetzt im positiven Bereich (RZD 104, +7). Für Leichtkalbigkeit war Armada PP bereits vorher eine sehr gute Wahl (RZKd 111, RZKm 120).

Direkt hinter Armada PP steht an #14 jetzt Present (Perfect Aiko x Logan), für den es diesmal nicht so gut lief (-5 RZG auf 137, 695 Töchter, +55). Er verliert mit mehr Töchtern in der zweiten Laktation in der Leistung (RZM 140, -4, +1.043 kg Milch, +0,38 % Fett, +0,08 % Eiweiß) und der Nutzungsdauer (RZN 104, -5). Im Exterieur bleibt er mit RZE 118 (Fundament 118, Euter 112) und einem schönen, fehlerfreien Linear mit mittleren Körpermaßen stabil. Hervorragend ist die Mortellaro-Resistenz (DDc 119)..

Zunächst gab es etwas Enttäuschung bei den ersten töchterbasierten Zuchtwerten des genomisch sehr stark eingesetzten Bretagne (16.527 Nachkommen). Nach plus 3 RZG-Punkten im August und jetzt noch einmal +3 auf RZG 137 (#18, 2.188 Töchter) ist die Welt aber wieder in Ordnung. Sowohl die Leistung (RZM 122, +1, +426 kg Milch, +0,26 % Fett, +0,11 % Eiweiß) als auch das Exterieur (RZE 129, +2, Fundament 111, Euter 136) überzeugen und mit den Töchtern jetzt in der zweiten Laktation auch die Nutzungsdauer (RZN 119, +5). Dank sehr schöner rechteckiger Strichplatzierung und überdurchschnittlicher Melkbarkeit (RZD 110) bei mittellangen Strichen kann Bretagne (Brekem x Dakker) auch für Betriebe mit automatischen Melksystemen empfohlen werden (RZRobot 125). Die Betagne-Töchter sind nicht nur abgekalbt überdurchschnittlich groß (125), sondern auch als Kälber bereits gut entwickelt, so dass er nicht unbedingt auf Rinder gehört (RZKd 94).

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