August-Veröffentlichung erstmals mit RZ€

13
Aug
2020

August-Veröffentlichung erstmals mit RZ€

August-Veröffentlichung erstmals mit RZ€

Mit dieser Veröffentlichung wird erstmals für schwarz- und rotbunte Holsteins der RZ€ als zusätzlicher Gesamt-Zuchtwert veröffentlicht, der alle Zuchtwerte ökonomisch bewertet und damit den genetisch bedingten Gewinn-Unterschied bezogen auf das Leben einer Kuh direkt in € anzeigt. Die neue #1 nach RZG hat mit +2.217 € auch den höchsten RZ€, Semino (v. Silver). Bei Red Holstein ist die alte auch die neue #1, Step Red. Für RZ€ ist Pace Red (#8 RZG) aber mit +1.786 € deutlich besser als Step Red.

 

Ausführliche Informationen zu den Hintergründen und der Berechnungsweise des neuen RZ€ finden sich auf der Homepage des Rechenzentrums vit (www.vit.de) unter Aktuelles.

 

Auf Basis der erstmaligen detaillierten ökonomischen Bewertung der im letzten Jahr neu eingeführten Gesundheits-Zuchtwerte wurde die Gewichtung im zusammenfassenden RZGesund angepasst: RZEuterfit/Mastitis-Resistenz 40% (unverändert), RZKlaue 20% (bisher 30%), RZRepro 15% (bisher 20%), RZMetabol/Stoffwechselstabilität 25% (bisher 10%). Das Gewicht für Stoffwechselstabilität wurde also deutlich erhöht und ist jetzt der zweitwichtigste Gesundheitskomplex nach Mastitis-Resistenz und noch vor Klauengesundheit.

 

Holstein

Die Ergebnisse der inzwischen 19 töchtergeprüften Silver-Söhne zeigen eine große Bandbreite. Ganz an die Spitze setzen kann sich jetzt der neu töchtergeprüfte Semino mit RZG 156. Seine Mutter (v. Balisto) trägt das De-Su-Präfix und ist die Vollschwester von erfolgreichen Wiedereinsatzvererbern, genau wie die Numero Uno-Großmutter und die Massey-Urgroßmutter. Semino ist mit +779 kg Milch nicht der höchste Leistungsvererber, macht dies aber mit enormen Inhaltsstoffen von +0,52 % Fett und +0,26 % Eiweiß wett (RZM 146). Diese Zahlen beruhen auf 92 Töchtern, alle noch am Anfang der ersten Laktation. Mit RZE 126 (79 bewertete Töchter), RZN 123 und RZGesund 114 ist Semino breit aufgestellt. Bei überdurchschnittlicher Größe und Kapazität ist er vor allem im Euter (125) stark (Fundament 115). Die Striche sind ideal unter den fest aufgehängten Eutern verteilt, so dass Semino mit guter Melkbarkeit (RZD 112) auch für Roboterbetriebe empfohlen werden kann (RZRobot 123). Nach Gewinn, d.h. RZ€, ist Semino mit +2.217 € ebenfalls die #1 und dies mit 72 € Vorsprung. Mit direktem Kalbverlauf 93 gehört Semino allerdings nicht unbedingt auf Rinder. Leider ist Semino bereits abgegangen. Es gibt nur noch wenig Sperma. An #2 steht mit Sinus ein weiterer Silver-Sohn (RZG 155, RZ€ +2.022, Mutter: Bedford x Logan). Er konnte sich gegenüber seinem Debüt im April deutlich im RZM (151, +5) und im RZN (116, +4) steigern, bei unverändertem RZE 116 (Euter 129, Fundament 106).

Bonum setzt seinen deutlichen Aufwärtstrend nach April auch jetzt im August auf Basis von 2.423 Töchtern fort: RZM 143, +3; RZN 130, +3. Damit steht er jetzt als höchster von 32 Balisto-Söhnen an #3 in der Topliste. Auch nach RZ€ rangiert er mit +1.947 € in der Top-5. Mit RZE 125 (Fundament 115, Euter 120, 844 bewertete Töchter) ist er nach Semino der zweitbeste Exterieurvererber in der Top-10. Auf sehr sicherer Basis von bereits fast 14.000 registrierten Nachkommen ist er außerdem ein ausgesprochener Leichtkalbigkeitsbulle (RZKd 112) und kann für Roboterbetriebe empfohlen werden (RZRobot 125).

Wie Bonum stammt auch Baldur aus Balisto x Epic. Er musste aber diesmal von den deutlichen Gewinnen im April einen Teil wieder abgeben und steht mit RZM 143 (-3) jetzt an #10 und ist damit jetzt zweitbester Balisto-Sohn. Die ersten der über 9.000 Baldur-Töchter sind jetzt bereits in der dritten Laktation. Im Exterieur zeigt er sich konstant (RZE 111, Euter 119, Fundament 93), wobei sich das Linear positiver darstellt, als es der RZE vermuten lässt. Hervorzuheben sind die längeren Striche (116) und die Robotereignung (RZRobot 120).

Die beiden mütterlichen Halbbrüder Stronghold und Myway aus der erfolgreichen dänischen Bullenmutter Myself VG 87 (Bynke x Planet) gehören mit jeweils +7 RZM-Punkten eindeutig zu den Gewinnern dieser Schätzung. Der Supershot-Sohn Stronghold steht mit RZG 151 jetzt an #4. Seine Töchterzahl (167) steigt nur langsam. Die Zuchtwertsteigerung verdankt er im Wesentlichen den ersten Töchtern in der zweiten Laktation, die dort höher einsteigen als erwartet. Mit RZN 126 liefert er No-Nonsense-Kühe (RZ€ +2.145, #2), die aber im Exterieur (RZE 101, Euter 95, Fundament 101) nicht jedem gut genug sein dürften. Ausgeglichener ist hier der Missouri-Halbbruder Myway (#9) mit RZE 107 (Fundament 111, Euter 106). Bei nur 3 Punkten Unterschied im RZG zu Stronghold ist Myway in der Wirtschaftlichkeit aber mit +1.633 € deutlich unterlegen (-512 €). Das bessere Exterieur gegenüber dem Halbbruder geht in diesem Fall nicht mit höherer, sondern niedrigerer Nutzungsdauer (RZN 113) und Gesundheit einher (RZGesund 109 gegenüber 112).

Von Supershot stehen zwei der insgesamt 14 Söhne in der Top-10. Neben Stronghold ist dies Singer an #5 (MV: Maximum) mit gleichem RZG 151. Bei Verdopplung der Töchterzahl (366 Töchter) gegenüber seinem Einstieg im April steigt er im RZS um 8 Punkte auf 123 und im RZN um 6 Punkte auf 126. Dafür gibt er in der Leistung (RZM 143, +1.776 kg Milch, -0,15 % Fett, +0,03 % Eiweiß) und im Exterieur (RZE 112, Fundament 107, Euter 115) leicht nach.

Fast vervierfacht gegenüber April hat sich die Töchterzahl von Alamo (AltaSpring x Fanatic). Dies beschert ihm Steigerungen im RZM (147, +4) und Exterieur (RZE 119, +7; Fundament 127, Euter 112) sowie den Aufstieg in die Top-10 an #6.

Melview war im April der zweithöchste Neueinsteiger an #2. Trotz ganz konstanter Werte findet er sich wegen der Neu- und Aufsteiger jetzt an #7. Damit ist er jetzt der höchste der 16 Missouri-Söhne in der Topliste. Der Spross aus der Promis-Familie (MV: Snowman) bleibt mit +2.920 kg der höchste Milchmengenvererber aller Bullen (RZM 145, -0,59 % Fett, -0,20 % Eiweiß), jetzt auf Basis von 124 Töchtern. Trotz der enormen Milchmenge fallen die hoch aufgehängten Euter (117) im Linearbild auf (RZE 113, Fundament 106). Für Kälberfitness gehört Melview mit 121 zur Spitze.

Der dritte Missouri-Sohn in der Top-10 neben Myway und Melview ist Milton an #8, wieder in Kombination mit Snowman-Blut auf der Mutterseite (MV: Snowflake). Auf Basis von 560 Töchtern kommt Milton jetzt auf RZM 146 und RZE 119 (Fundament 116, Euter 122). Bei +1.994 kg Milch ist die Töchterfruchtbarkeit (RZR 82) zu beachten. Der guten Nutzungsdauer (RZN 122) steht dies aber nicht im Weg.

 

Weitere neue Bullen

Von den 48 neu töchtergeprüften Bullen in der Topliste hat es diesmal ja nur einer in die Top-10 geschafft, wenn auch ganz an die Spitze, Semino. Sein Vater Silver stellt mit 5 weiteren Halbbrüdern die meisten Neulinge. Alle haben gute Euter, aber mit kurzen Strichen. Ansonsten sind die Zahlen aber sehr durchwachsen.

Auf ein deutlich höheres Niveau kommen die 5 neuen Supershot-Söhne, allen voran die beiden Vollbrüder Seven Up (neu an #34) und Selfie (neu an #36), beide mit RZG 143. Ihre Mutter ist eine McCutchen aus einer Vollschwester zu AltaSilver und Saloon (AltaIota x Planet). Seven Up hat die etwas bessere Nutzungsdauer (RZN 122 zu 117), dafür hat Selfie mehr Leistung (RZM 133 zu 129, +1.993 kg zu +1.240 kg Milch). Auch im Exterieur hat Selfie mit RZE 124 und einem super Linear die Nase vorn (Fundament 119, Euter 116). Dabei braucht sich Seven Up mit RZE 120 (Fundament 114, Euter 124) auch nicht zu verstecken. Selfie ist außerdem in der Klauengesundheit sehr gut (112, DDc 116), während Seven Up seine Stärken mehr in der Stoffwechselstabilität (RZMetabol 110) hat. Insgesamt kommen beide Vollbrüder für einen Wiedereinsatz in Frage, wenn auch Selfie nicht unbedingt auf Rinder (RZKd 94).

Zu den bisherigen 18 Missouri-Söhnen sind noch 3 neue hinzugekommen, die sich alle in der Top-100 platzieren können. Monte (neu an #27, MV: Shotglass, RZM 136) gehört mit RZE 117 zu den besseren Missouri-Söhnen für Exterieur, besonders für Fundament, wo er mit 129 alle Halbbrüder übertrifft (Euter 106). Die bei vielen Kühen zu kurze Strichlänge kann Monte mit 125 deutlich korrigieren und er ist auch für Roboterbetriebe zu empfehlen (RZRobot 134). Bei erst 50 Töchtern (davon 30 bewertet) ist noch etwas Vorsicht angebracht.

Messenger (neu an #62) ist der Vollbruder zu Myway an #9 (Missouri x Bynke). Obwohl Messenger mit RZG 140 deutlich niedriger als Myway mit RZG 148 rangiert, übertrifft er diesen in der Wirtschaftlichkeit mit +1.742 € um 109 €. Grund ist die sehr hohe Nutzungsdauer bei Messenger (RZN 132), kombiniert mit einem der höchsten RZGesund-Werte aller Bullen in der Topliste (118) und sehr guter Kälberfitness (116). Im RZE sind beide mit 107 gleich. Dabei sind die Messenger-Töchter bei knapp mittlerer Größe sehr feinzellig, aber mit sehr gutem Euter ausgestattet (Euter 117, Fundament 110).

Menko, der dritte neue Missouri-Sohn (#80), schlägt sich mit RZE 119 (Fundament 113, Euter 117) und RZM 139 (+2.343 kg Milch, -0,36 % Fett, -0,18 % Eiweiß, 102 Töchter) achtbar. Seine besonderen Stärken hat er in der Mortellaro-Resistenz (114), der Kälberfitness (121) und vor allem der Leichtkalbigkeit (RZKd 124, RZKm 106). Beachtet werden sollte die Töchterfruchtbarkeit (RZR 89).

Von Dozer (Shotglass x Robust) wurde insgesamt nur ein Sohn in Deutschland eingesetzt, Declic, der jetzt sein Debüt an #47 mit RZG 142 und RZ€ +1.844 (#13) gibt. Bei erst 20 frühen Töchtern bleibt die weitere Entwicklung aber abzuwarten (RZM 127, RZE 112).

Am extremen genomischen Leistungsvererber Cinema schieden sich seinerzeit die Geister, und die Kritiker schienen mit den ersten, enttäuschenden Söhnen Recht zu behalten. Die drei neuen Cinema-Söhne in der Topliste sind aber deutlich alltagstauglicher. Cyrano (#58, MV: Shotglass) kommt mit 252 Töchtern bei RZM 137 (+1.741 kg Milch, -0,10 % Fett, -0,09 % Eiweiß) auf RZE 115. Größe 93 bei mittlerer Stärke und Tiefe sowie sehr guten Fundamenten (121) und soliden Eutern (113) mit etwas längeren Strichen passt in das Anforderungsprofil vieler Betriebe, zumal Cyrano keine Schwachpunkte hat. Der beste Cinema-Sohn für Exterieur ist Coos (neu an #88, MV: Doorman) mit RZE 122 (Fundament 106, Euter 122). Strichlänge 88 und Töchterfruchtbarkeit RZR 85 begrenzen aber seine Chancen trotz schöner Leistungszahlen (RZM 142).

Modeco (Model x Beacon) bekam als Bullenvater nur wenige Chancen. Unter den ersten beiden töchtergeprüften Söhnen steht Malinus (MV: Balisto) besonders im Fokus, denn er gehörte seinerzeit zu den am stärksten eingesetzten genomischen Vererbern (21.500 Nachkommen). Die ersten 152 Töchter (130 bewertet) enttäuschen nicht, bescheren sie Malinus doch RZM 134 und RZE 126 und damit ein Debüt an #72. Nicht nur das Gesamt-Exterieur ist sehr gut, sondern auch das Linear mit mittleren Körpermerkmalen, etwas gewinkelteren, aber sehr guten Beinen (Fundament 123) und fest und sehr hoch aufgehängten Eutern mit etwas längeren Strichen (Euter 124, RZRobot 123). Etwas Luft nach oben hat noch die Töchterfruchtbarkeit (RZR 92).

Profiler stand bei Besitzer RBB seinerzeit im Schatten von Malinus. Der Profit-Sohn bietet ein etwas anderes Pedigree (Mutter: Halogen x Mayfield) und einen durchaus beachtenswerten Einstieg in die Topliste töchtergeprüfter Bullen an #83 mit RZM 123, RZE 122, RZN 118, RZR 122 und RZGesund 115 (+1.589 RZ€) und mit bisher 71 Töchtern. Dabei kommen die +68 kg Fett und Eiweiß bei neutraler Milchmenge (+9 kg) ausschließlich aus den Inhaltsstoffen (+0,42 % Fett, +0,27 % Eiweiß). Das Linear lässt sich mit mittleren Körpermaßen, Fehlerfreiheit und guten Eutern beschreiben (Fundament 113, Euter 124).

Unter den Neulingen in der Top-100 ist noch Cuper (#92) zu erwähnen. Er ist der jüngere Vollbruder zum höchsten der 21 Commander-Söhne, Cantus (#11, Mutter: Supersire x Bookem), der aber im Exterieur und der Melkbarkeit zu knapp ist. Cuper kommt auf Basis von 71 Töchtern auf RZM 140 (+1.094 kg Milch, +0,31 % Fett, +0,06 % Eiweiß) und RZE 111 (Euter 113). In der Fundament-Bewertung ist er zwar unterdurchschnittlich (93), aber für Klauengesundheit deutlich positiv (107, DDc 110).

Von den jetzt 11 Icone (v. Mogul) Söhnen, darunter 4 neue, kann sich nur der neue Ibsen (MV: Balisto) knapp in der Top-100 platzieren (#100). Mit RZM 133 (+914 kg Milch, +0,26 % Fett, +0,06 % Eiweiß, 77 Töchter) und RZE 120 (Fundament 102, Euter 123) ist er einen zweiten Blick wert.

 

Interessante Neulinge außerhalb der Top-100

Der erste töchtergeprüfte Monterey (v. McCutchen) Sohn Miracel steigt mit RZM 123 und RZE 125 an #122 ein. Auf Basis von 83 Töchtern zeigt er schön aufgebaute Leistungszahlen (+801 kg Milch, +0,02 % Fett, +0,04 % Eiweiß). Das Linear ist insgesamt sehr gut (Fundament 119, Euter 124), die Beckenneigung (78) sollte aber beachtet werden, genauso wie die Melkbarkeit (83).

Die ersten Töchterzuchtwerte von AltaSpring-Sohn Appeal (#132) beinhalten bereits 348 Töchter (111 bewertet) und die Kombination von RZM 127 (+839 kg Milch, +0,07 % Fett, +0,06 % Eiweiß) und RZE 121 (Fundament 112, Euter 121) ist interessant.

Bei erst 50 Töchtern (27 bewertet) sollte die weitere Entwicklung von Price (President x Bookem, neu an #136) abgewartet werden (RZM 124, RZE 121).

 

Hornlos

Im Hornlossegment hatte Powerball P mit gleich 9 Neulingen die meisten Chancen, die er aber allesamt nicht nutzte. Bei Platzierungen ab #148 scheitern alle neuen Powerball P-Söhne an zu knappem Exterieur.

Also ist der interessanteste Hornlos-Neueinsteiger Born P RDC an #87. Bei erst 21 Töchtern (16 bewertet) müssen sich RZM 127, RZE 112, RZN 123 und RZGesund 117 aber im weiteren Verlauf erst bestätigen. Etwas breiter ist die Datengrundlage da schon für Antek P (neu an #102) mit 52 Töchtern (41 bewertet), der von Vater Apoll P neben der Hornlosigkeit auch den Rotfaktor geerbt hat (Mutter: AltaOak x Bookem). Bei einem Apoll P-Sohn geht der Blick vermutlich als erstes zur Melkbarkeit, die aber mit RZD 104 normal ist. In der Milchleistung zeigt sich bei Antek P aber deutlich der Vater-Einfluss: +2.382 kg Milch, -0,40 % Fett, -0,19 % Eiweiß, RZM 138. Das Linear ist durchwachsen, aber ohne Fehler (Fundament 97, Euter 117).

 

Weitere Entwicklung

Kingston 619138 (Kingpin x Fanatic, #107) hatte im April einen vielbeachteten Einstand mit vor allem allerbesten Exterieurzahlen, die durch die vielen guten Töchter untermauert wurden. Mit Vervierfachung seiner Töchterzahl auf jetzt 403 (173 bewertet) steigert er sich jetzt noch deutlich: RZE 134 (+4, Fundament 112, Euter 135). Er ist damit die #1 für Gesamtexterieur und für Euter in der Topliste. Im super Linear fällt die Strichplatzierung hinten mit 91 auf. Doch dies ist positiv, denn die Kombination mit Strichplatzierung vorne 110 ist sehr selten und bedeutet eine ideale rechteckige Strichverteilung. In Kombination mit überdurchschnittlicher Melkbarkeit, längeren Strichen und niedriger Zellzahl ist Kingston damit auch einer der ersten Empfehlungen für Roboterbetriebe (RZRobot 135). In der Leistung legt Kingston ebenfalls um 3 Punkte auf RZM 130 zu (+832 kg Milch, +0,35 % Fett, -0,01 % Eiweiß).

Monarch (Mardi Gras x Sargeant) verdoppelt mit seinem dritten Zuchtwert die Töchterzahl auf 358, wovon die ersten jetzt in der zweiten Laktation sind. Bei unverändert RZG 139 (#81) verliert er etwas Leistung (RZM 132, -3), steigt aber dafür leicht im Exterieur (RZE 126, +2, Fundament 108, Euter 129), der Nutzungsdauer (RZN 112, +2) und der Töchterfruchtbarkeit (RZR 111, +4). Monarch bleibt damit – auch wegen seiner Blutführung – ein sehr breit einsetzbarer Allrounder mit insbesondere auch sehr guter Klauengesundheit und Mortellaro-Resistenz.

Mit jetzt vielen der 751 Töchter in der zweiten Laktation steigt Checkmate (Aikman x Beacon) um 3 RZG-Punkte und auf #32. Die Steigerung beruht auf +4 RZM-Punkten auf 135 (+416 kg Milch, +0,44 % Fett, +0,28 % Eiweiß). Bei solidem RZE 119 (Fundament 121, Euter 113) ist das Besondere bei Checkmate die Kombination aus knapp durchschnittlicher Größe (97) mit viel Stärke (117) und Tiefe (112) sowie Konstitution (BCS 120). Die Checkmate-Töchter sind also wahre Kraftpakete. Eine super Mortellaro-Resistenz (124, Top-5) und den Rotfaktor gibt es obendrauf.

Von Balisto-Sohn Bermuda sind die ersten der mittlerweile 2.636 Töchter jetzt in der dritten Laktation. Dadurch ändert sich an den 99 %-ig sicheren Leistungszahlen nur noch sehr wenig (RZM 139, +788 kg Milch, +0,37 % Fett, +0,18 % Eiweiß). Auch im Exterieur ist er mit RZE 123 (Fundament 120, Euter 115) konstant. Bei dem sicheren Leichtkalbigkeitsbullen (RZKd 113) sollte bei der Anpaarung die Töchterfruchtbarkeit beachtet werden.

 

 

Red Holstein

Von den 8 neuen töchtergeprüften Bullen konnten sich 6 in der Top-25 platzieren. Für den Angriff auf die absolute Spitze reicht es aber nicht ganz. Das Top-Duo ist mit Step Red einen RZG-Punkt vor Apoll P unverändert. Weitere 182 auf jetzt 721 Töchter konnten dem Listenführer Step Red (v. Sympatico) nichts anhaben: RZM 146, RZE 112 (Fundament 103, Euter 113). Für Milchmenge ist Step Red mit +2.828 kg die #1 (-0,55 % Fett, -0,24 % Eiweiß).

Auch die #2 Apoll P (v. Aikman) ist ein ausgesprochener Milchmengenvererber (+2.457 kg Milch, -0,40 % Fett, -0,09 % Eiweiß, RZM 149, 3.520 Töchter). Seine bekannten Schwächen in der Melkbarkeit (RZD 78) und Töchterfruchtbarkeit (RZR 84) führen jedenfalls nicht zu einer eingeschränkten Nutzungsdauer (RZN 116, Fundament 95, Euter 111). Es besteht nach wie vor Nachfrage, vor allem von Betrieben, die bereits Apoll P-Töchter melken.

Nach Gewinnen im April kann Eloped Red (#3, Sympatico x Alchemy, RZE 116, Fundament 113, Euter 117) auch diesmal wieder zulegen: RZM 133, +6 (+1.926 kg Milch, -0,30 % Fett, -0,21 % Eiweiß, 446 Töchter). Es ist schon erstaunlich, wie milchmengenbetont sich die Spitze bei Red Holstein darstellt, war doch das Bild vor noch gar nicht so langer Zeit umgekehrt und Red Holstein-Bullen standen meist für „dicke Milch“. In der Top-10 haben nur zwei Bulle weniger als 1.500 kg Milchmenge: einer davon ist der neue Effektiv an #4 (+1.118 kg, -0,04 % Fett, +0,05 % Eiweiß, RZM 131, 72 Töchter). Der Effort-Sohn ist ein weiterer Spross aus der Aiko/Altidude-Familie. Seine Mutter ist eine Vollschwester zu Perfect Aiko (Freddie x Goldwyn). Effektiv ist mit RZE 129 der höchste Exterieurvererber in der Top-10 und sowohl für Fundament (124) als auch für Euter (125) stark. Bei 115 für Größe, überdurchschnittlicher Stärke und Tiefe sowie BCS 110 darf man kräftige, schwere Töchter erwarten. Dennoch werden die Effektiv-Kälber überdurchschnittlich leicht geboren (RZKd 103, 1.763 Geburten).

Power (Durango x Mogul) verdoppelt mit seinem jetzt dritten Zuchtwert die Töchterzahl auf 605 (265 bewertet) und steht zum dritten Mal an #5. Auch diesmal kann er seinen Platz dank Steigerung um 3 RZG-Punkte auf 144 verteidigen (RZM 131, +1.513 kg Milch, -0,26 % Fett, -0,06 % Eiweiß). Besonders legt Power in der Nutzungsdauer um 6 Punkte auf RZN 116 und der Töchterfruchtbarkeit um 8 Punkte auf RZR 113 zu. Damit ist er für RZR seit seinem Start um 20 Punkte gestiegen. Die vielen Betriebe, die Power bereits als genomischen Vererber genutzt haben, werden es gerne mitnehmen, genauso wie den Anstieg im Exterieur auf RZE 127 (Fundament 113, Euter 136). Für Euter ist Power damit die #1 in der Top-10 und die #2 in der Rasse.

Der zweitbeste Eutervererber in der Top-10 ist der direkt dahinter an #6 platzierte Dreamboy (Euter 128, Fundament 99, RZE 118). Der Debutant x Sympatico-Sohn und ehemalige genomische #1 war im April auf Basis von 80 frühen Töchtern an #8 eingestiegen. Jetzt hat er 289 Töchter und gewinnt 6 RZG-Punkte auf 143 (RZM 137, +1.561 kg Milch, -0,10 % Fett, -0,04 % Eiweiß). In der Nutzungsdauer (RZN 118) und Töchterfruchtbarkeit (RZR 105) geht es ebenfalls leicht aufwärts. Die sehr gute Leichtkalbigkeit (RZKd 118) ist stabil, beruht sie doch auf bereits über 2.500 Geburten.

Auch Great (v. Go Now RF) steigert sich um 6 RZG-Punkte und steigt auf #7. Er spielt mit jetzt RZM 161 (+7, +1.942 kg Milch, +0,05 % Fett, +0,16 % Eiweiß) in einer eigenen Leistungs-Liga. Mit Euter 80 (Fundament 112, RZE 96) und RZR 71 spielt er im Markt aber keine Rolle.

An #8 steht der zweite Neuling in der Top-10, Pace Red. Auch er ist eine ehemalige genomische #1, im Dezember 2016 vor Dreamboy. Die ersten töchterbasierten Zahlen beruhen auf 67 Töchtern, davon 51 bewertet: RZM 131 (+1.388 kg Milch, -0,23 % Fett, +0,00 % Eiweiß), RZE 113 (Fundament 109, Euter 120). Natürlich bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten, aber nach gegenwärtigem Stand ist er mit RZN 125, RZR 118 und RZGesund 110 mit +1.786 € die #1 nach Wirtschaftlichkeit. Was bereits sicher feststeht, ist die super Leichtkalbigkeit mit RZKd 118 (8.439 Geburten) und RZKm 107. Pace Red (Pat-Red x Numero Uno) ist ein weiterer Vererber aus der Aiko/Altidude-Familie.

Fireman (Fageno x Snowman) ist bei 4.571 Töchtern ganz stabil, steht aber aufgrund der Neulinge und Aufsteiger nur noch an #9. Mit unverändert RZM 150 (+2.431 kg Milch, -0,07 % Fett, -0,23 % Eiweiß) ist er die #2 nach Leistung. Seine Begrenzung findet Fireman im Exterieur mit unverändert RZE 96 (Fundament 87, Euter 100).

Auch beim letzten Mal stand Present (Perfect Aiko x Logan) direkt hinter Fireman, d.h. auch er ist stabil (#10, 640 Töchter). Mit RZE 119 (Fundament 116, Euter 115) und RZM 144 (+1.238 kg Milch, +0,33 % Fett, +0,07 % Eiweiß) hat er aber deutlich mehr Marktpotenzial. Beachtet werden sollte bei Present die Töchterfruchtbarkeit (RZR 91).

 

Weitere neue Bullen

Jetzt kommen die ersten 4 Apoll P-Söhne, mit Argus P als höchstem an #11. Noch kann also keiner seinen Vater überholen, sie sind aber für Melkbarkeit und Töchterfruchtbarkeit alle deutlich besser als ihr Vater. Dennoch können sich seine Söhne mit ihren ersten Zuchtwerten und begrenzter Sicherheit noch nicht ganz vom Vater – d.h. Pedigree-Einfluss – lösen. Dies gilt besonders für Argus P (Mutter: Fageno x Fidelity) bei erst 28 Töchtern. Er kommt auf RZD 88 und RZR 90, bei RZM 139 (+1.560 kg Milch, -0,01 % Fett, -0,04 % Eiweiß) und RZE 110 (Fundament 91, Euter 123).

Aspen P (#19, Mutter: Brekem x Laron P) hat ebenfalls erst 22 Töchter: RZM 127 (+642 kg Milch, +0,25 % Fett, +0,09 % Eiweiß), RZE 117 (Fundament 107, Euter 121, 19 Töchter).

Armada PP (neu an #26) hat immerhin schon 113 Töchter, davon 39 bewertet. Wie sein Vater ist er ein guter Leistungsvererber (RZM 135, +1.701 kg Milch, -0,30 % Fett, -0,05 % Eiweiß) und kommt im RZE auf 114 (Fundament 94, Euter 117). Die Melkbarkeit (RZD 97) und Töchterfruchtbarkeit (RZR 92) stehen dem Wiedereinsatz nicht unbedingt im Wege. Damit Armanda PP aber wieder so beliebt wie als genomischer Bulle wird (14.000 Nachkommen), muss er sich noch steigern.

Zwischen den Apoll P-Söhnen steht der ArchiveRed-Sohn Arcardo als Neuling an #18. Er wurde genomisch nur sehr begrenzt eingesetzt und dies von Exterieurliebhabern, denn seine Mutterlinie ist eine Aneinanderreihung bekannter exzellenter Kühe, Alchemy Ana EX 90 (als 2-Jährige), Super Ava EX 93, Stormatic Angelina EX 91 und dann Apple Red EX 96. Diese Erwartung kann Arcardo mit RZE 105 (Fundament 99, Euter 104, 30 Töchter) nicht erfüllen. Dafür ist er in der Leistung deutlich besser als die Erwartung: RZM 131 (+1.154 kg Milch, +0,08 % Fett, -0,04 % Eiweiß).

 

Der Red Holstein-Bulle mit den meisten Nachkommen aus dem genomischen Einsatz ist Bretagne (16.084). Gemessen an den hohen Erwartungen fiel sein Debüt im April an #21 durchwachsen aus. Jetzt verdoppelt er seine Töchterzahl auf 1.499 und steigt deutlich um 3 RZM-Punkte auf 121 (+346 kg Milch, +0,31 % Fett, +0,13 % Eiweiß) und gleich 6 Punkte im RZE auf 127 (Fundament 110, Euter 135, 548 Töchter) und damit an #17. Doch das muss noch nicht das Ende sein, denn noch befinden sich die Töchter erst in der Mitte der ersten Laktation und erst mit der zweiten Laktation kann sich die Nutzungsdauer tatsächlich zeigen (aktuell RZN 114). Für Roboterbetriebe bleibt Bretagne in jedem Fall eine gute Wahl (RZRobot 124). Bretagne gehört allerdings nicht unbedingt auf Rinder eingesetzt (RZKd 95).

Weitere News